Friedensenergiepolitik – ein Plädoyer für den Ausstieg aus der Atomwirtschaft
Bericht der Veranstaltung vom 19. Juni 09 im Bahnhofhotel Backnang
Arzt sprach über die Kinderkrebsstudie KiKK und die Gefahren der Kernkraftnutzung
Das 8-seitige Faltblatt “Glaubst Du das wirklich?” für den Atomausstieg und für Erneuerbare Energien von IPPNW, EUROSOLAR und DNR kann hier heruntergeladen werden. (pdf-Download)
Heute sind weltweit 436 Atomreaktoren in Betrieb, davon über die Hälfte 20 – 30 Jahre alt sind. Ihr Anteil an der Stromerzeugung beträgt 2 %. Die Klimaerwärmung halten sie nicht auf. Die von ihnen ausgehenden Gefahren sind umso größer. Der Stuttgarter Arzt Dr. Jörg Schmidt von der Organisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) hob in seinem Vortrag beim Solarverein im Backnanger Bürgerhaus hervor, dass es nur eine scheinbare Trennung von friedlicher und militärischer Nutzung der Atom – Technologie gibt. Die Gefahr, dass radioaktives, zum Bombenbau geeignetes Material in falsche Hände kommt, ist groß, solange es Kriminelle und Terroristen gibt. Nicht nur bei Störfällen, auch im Normalbetrieb setzen die Atommeiler Radionuklide frei, Stoffe, bei deren Zerfall radioaktive Strahlung entsteht. Diese Strahlung, die von den Kraftwerksbetreibern gemessen werden muss, überschreitet selten die festgelegten Grenzwerte. Und trotzdem ist sie gefährlich und verursacht in der Umgebung deutlich mehr Krebserkrankungen bei Kindern. Weshalb das so ist, konnte Dr. Jörg Schmid deutlich machen. Ende Dezember 2007 sorgte das Ergebnis einer Studie des Mainzer Krebsregisters für Schlagzeilen. Diese so genannte KiKK- Studie zeigte, dass für Kinder die Wahrscheinlichkeit, an Krebs und Leukämie zu erkranken, umso größer ist, je näher sie an einem Kernkraft wohnen. Sie steigt um 60 % bei allen Krebserkrankungen und um 120 % bei Leukämien. In Deutschland erkrankten in den 23 Studien – Jahren jährlich zusätzlich mindestens 5 bis 12 Kinder unter fünf Jahren, weil sie in AKW-Nähe wohnten. Dies ist abgesichert, weil die Studie auch andere mögliche Risikofaktoren untersucht hatte, die aber das Ergebnis nicht verändert haben. Weil bei der Veröffentlichung dieser sehr aufwändigen und exakten Studie vieles verzerrt und verharmlost, teilweise sogar unterschlagen worden ist, informiert die IPPNW nun darüber. Sie will keine Panik machen, aber zum Handeln auffordern, um weiteren Erkrankungsfällen sofort vorzubeugen.
Kraftwerksbetreiber und Aufsichtsbehörden sehen keinen akuten Handlungsbedarf. Sie beteuern sogar, dass die Emissionen korrekt gemessen und gemeldet werden. Wenn das stimmt, gibt es nur zwei Erklärungen für die Studienergebnisse: Entweder wird die biologische Wirkung der radioaktiven Partikel – zumindest im Körper von Kleinkindern und Ungeborenen – stark unterschätzt oder die Berechnungsmethoden für die Strahlenbelastung der Anwohner stimmen nicht. Die Ärzte fordern auf Grund der KiKK – Studienergebnisse Konsequenzen, z. B., eine neue Risikoabschätzung der Gefahren, niedrigere Grenzwerte, Veröffentlichung unter Verschluss gehaltenen Daten für Forschungszwecke. Die Politik müsse das Vorsorgeprinzip durchsetzen und dafür sorgen, dass nicht die erkrankten Menschen die Krankheitsursachen nachweisen, sondern umgekehrt, die Atomanlagenbetreiber die Unbedenklichkeit ihrer Werke beweisen müssen.
Nach Meinung des IPPNW sollten die AKWs weltweit so schnell wie möglich stillgelegt werden, wegen der möglichen Atomwaffenverbreitung, der Gefahr eines Super-GAUs, und der Umweltzerstörung durch Uranbergbau und der Kriegsgefahr um knapper werdende Uranvorräte. Die Atommüllprobleme sind noch immer ungelöst. Allein im benachbarten Neckarwestheim – Luftlinie von Backnang ca. 15 km – werden jedes Jahr 172 Brennstäbe ausgetauscht. Das ist hoch radioaktiver Müll, der direkt beim Kraftwerk „zwischengelagert“ wird. Sichere Endlagerung ungewiss.
Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
Bürgerhaus Unterweissach
Windatlas ››
für Baden-Württemberg
und dazu eine ausführliche Beschreibung mit Hintergrundinfos als PDF-Datei (3,2 MByte)
Entwurf:
Windenergieerlass für BW (pdf-Datei) vom 23.12.11
Konzessions- verträge und Kommunalisierung ››
was gilt es zu beachten ?








