Solaraktivitäten über den Partnerschaftsverein Aspach - Chemillé e.V.

Kommunikation per Videokonferenz - Erneuerbare Energien in Deutschland und Frankreich

Abschluss-Konferenz in Aspach - September 2008

Mit dem von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt Kommunikation per Videokonferenz – Erneuerbare Energien in Deutschland und Frankreich verfolgen der Partnerschaftsverein Aspach-Chemillé und das Centre Social de Chemillois zwei Ziele: erstens verstärkten Informationsautausch mithilfe moderner Medien und zweitens eine lebendige Partnerschaft durch Begegnungen der Konferenzteilnehmer.

Seit Februar fanden mehrerer Videokonferenzen statt, wobei in Chemillé Experten der Gruppe Energies partagées und auf Aspacher Seite Mitglieder des Vereins „Solar e.V. – Weissacher Tal – Backnanger Bucht – Welzheimer Wald“ zum Erfolg beitrugen. Außerdem stellten Schüler der Klasse 9 der Großaspacher Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule ihr Projekt Solardächer in Aspach vor.

Damit war das erste Ziel erreicht, nämlich den an der Partnerschaft beteiligten Personenkreis zu erweitern und Informationen zum Thema „Erneuerbare Energien“ auszutauschen. Das zweite Ziel, eine Begegnung der Konferenzteilnehmer, wurde durch eine deutsch-französische Studienreise vom 4. bis 6. September erreicht, die von der Projektleiterin Hanne Barth geplant wurde. Die 26 Teilnehmer, darunter 8 aus Chemillé, lobten besonders, dass die Besichtigungen das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten. Bei der Führung am Donnerstag durch den Freiburger Modellstadtteil Vauban lag der Schwerpunkt auf modernen Photovoltaikanlagen und den Maßnahmen zur Wärmedämmung von Gebäuden, sowie technischer Möglichkeiten bei der Sanierung von Altbauten am Beispiel der Kasernen. Eine besondere Attraktion stellte dabei das vom Architekten Rolf Diesch gebaute Energieplushaus Heliotrop dar, das, sich um die eigene Achse drehend, dem Lauf der Sonne folgt.

Hackschnitzelwerk Mauenheim

Der fünf Kilometer vom Freiburger Hausberg Schauinsland entfernte Rappenecker Hof war ein Beispiel dafür, dass ein Gebäude, immerhin 300 Jahre alt, allein durch intelligente Kombination erneuerbarer Energiequellen versorgt werden kann. Mit anderen Worten: im früheren Kuhstall wird jetzt Energie „gemolken“. Die erfolgreiche Versorgung eines ganzen Dorfes mit Bioenergie über ein Nahwärmenetz gab es in Mauenheim im Kreis Tuttlingen zu begutachten. Erzeugt werden Wärme und Strom durch eine Biogasanlage und ein Hackschnitzelheizwerk, die sich in der Übernahme der Hauptlast je nach Jahreszeit abwechseln. Die bei diesen Besichtigungen gewonnenen Eindrücke wurden beim Besuch des Energiezentrums Wolpertshausen am Samstag vertieft.

Solardach des Rappenecker Hofes

So viele Eindrücke und Informationen müssen auch verarbeitet werden. Dazu gab es reichlich Gelegenheit: gemeinsame Kaffeepausen, beim und nach dem Abendessen im Hotel Fallerhof in Bad Krotzingen, in dem die Teilnehmer übernachteten, während der Bergbahnfahrt auf den Freiburger Hausberg Schauinsland und der anschließenden Wanderung zum Rappenecker Hof, Stadtführungen in der Freiburger Altstadt und in Schwäbisch Hall, sowie die öffentliche Schlusskonferenz am Samstagabend.

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Richard Wiener vertrat den im Urlaub weilenden Bürgermeister und begrüßte die Konferenzteilnehmer im Sitzungssaal des Großaspacher Rathauses, der mit den Fahnen der Gemeinden Aspach und Chemillé geschmückt war. Anschließend übernahm Hauptamtsleiter Rolf Kirschbaum die Moderation der Sitzung. Projektleiterin Hanne Barth gab einen Rückblick auf das Projekt und bedankte sich bei den vielen Helfern, die zum Gelingen beigetragen haben. Ein besonderes Dankeschön ging auch an die Robert Bosch Stiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt nicht machbar gewesen wäre. Eine Diaschau ergänzte ihren Bericht. Hauptakteur an diesem Abend war jedoch ohne Zweifel Markus Götz, der wie schon bei der Studienreise unermüdlich dolmetschte, was letztlich erst die lebhaften deutsch-französischen Diskussionen ermöglichte.

Projektleiterin Hanne Barth, stv. Bürgermeister Richard Wiener und Hauptamtsleiter Rolf Kirschbaum
Table ronde im Großaspacher Rathaus

Sehr lobend äußerte sich Pierre-Marie Robin, Direktor des Centre Social, mit Blick auf die gelungene Mischung von Technik, Kultur und Erlebnissen. Zugleich dankte er den Aspacher Gastfamilien für die herzliche Aufnahme seiner Delegation. Besonders beeindruckend sei der Besuch des Stadtteils Vauban gewesen, da neben der Qualität der Bautechnik und der Architektur die Planung des Stadtteils mit viel Grünflächen und sozialen Einrichtungen offensichtlich zu einem gelungenen Miteinander der Bewohner geführt habe. Was den Stand der Nutzung erneuerbarer Energie angeht, habe Deutschland bei der Solarenergie einen Vorsprung gegenüber Frankreich, wobei wohl das Engagement von Privatpersonen eine Rolle spiele, wie er anhand der vielen Solardächer bei der Busfahrt durch den Schwarzwald festgestellt habe. Bei der folgenden Diskussion wurde nicht nur über den ökologischen Nutzen beim Einsatz der erneuerbaren Energie gesprochen, sondern gerade der Besuch in Mauenheim hat gezeigt, dass es ökonomischen Gewinn gibt, da die Wertschöpfung bei der Installation und Betrieb der Anlagen in der Region bleibt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Hanne Barth stellte die Frage, wie es weitergehe. Beim Thema „Erneuerbare Energien“ gewonnenen Erkenntnisse können in beiden Gemeinden für weitere Entscheidungen verwendet werden. Beim Thema Videokonferenz möchte man auch Jugendliche stärker einbinden, was in diesem Jahr aufgrund der unterschiedlichen Ferien- und Prüfungstermine in Baden-Württemberg und Frankreich leider nicht möglich war. Und was die Zukunft angeht, fand der stellvertretender Bürgermeister Richard Wiener die zum Projektthema passenden Schlussworte: er wünschte allen Teilnehmern „sonnige Tage“.

Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
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