Keine Renaissance der Atomenergie
Angeblich erfährt die Atomenergie weltweit eine Renaissance. Doch dies ist nur Propaganda der Atomlobby. Laut der Internationaler Atomenergie Agentur (IAEA) waren 1990 weltweit 83 Atomkraftwerke im Bau, 1998 waren es 36, heute sind es noch 34. Laufend werden mehr Atomkraftwerke stillgelegt als neu in Betrieb genommen. Länder wie Italien, Portugal, Dänemark, Norwegen, Polen, Österreich und Irland kommen ohne Atomenergie aus.
Mit der neuen Diskussion um die Atomkraft sind deren Gefahren kein Stück kleiner geworden:
Der Atomkonsens muss bleiben

Kraftwerke Biblis A und B, Neckarwestheim und Brunsbüttel sollen vom Netz gehen, weitere würden bald folgen. Deshalb machen die Energiekonzerne massiv Druck, die Laufzeiten der Anlagen zu verlängern und den Ausstieg auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben.
Auszug aus einem Bericht von einem Besuch in Gorleben, wo ein deutsches Endlager für Atommüll entstehen soll (Birgit Gündner):
„…besuchten wir am 3. Mai diesen Jahres (2008) Gorleben. Wie wir erfuhren, gab es dort zwar vor Jahren Bohrungen und Untersuchungen für ein Endlager, aber da der Salzstock undicht ist, kann dort nie ein Endlager gebaut werden und alle Versuche von damals wurden eingestellt. Damals hoffte man auf eine sichere Möglichkeit der Endlagerung, heute sagen alle Geologen, die sich dort mit dem Salzstock befasst haben, ein Endlager würde dort das Grundwasser schwer verseuchen. Die Brennelemente in ihren Castoren, die nach Gorleben transportiert werden, sind im so genannten “Zwischenlager”, aber höchst unsicher – wie wir uns überzeugen konnten – in Fabrikhallen mit großen Kühlluft-Öffnungen quasi im Freien gelagert und schutzlos gegen Flugzeugabsturz oder starke Unwetter. Dass man sie nach Gorleben karrt, soll glauben machen, dass es dort mal ein Endlager gäbe. Genauso könnte man in irgendeinem Ort in Deutschland – z.B. in Baden – Württemberg oder Bayern, (aber das wollen die Menschen dort auch nicht!) dieses Zwischenlager errichten… Es gibt kein Endlager! Und weiter strahlt der Atommüll und muss Jahrhunderte bewacht werden! Wer zahlt das und wer kann das gegenüber unseren Kindern und Nachkommen verantworten? Wir sollten uns noch engagierter ums Energiesparen bemühen und die Regenerativen Energien ausbauen,- da ist Deutschland führend und kann diese Techniken weiter entwickeln und gute Arbeitsplätze schaffen. Das Sommerloch darf nicht verwandt werden, um solch eine folgenschwere Entscheidung mit dem CO2-Problem zu koppeln und in verlängerten Laufzeiten “die Lösung” zu sehen!“
Atomkraft ist ein Irrweg –
den Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft!
Erneuerbare Energien produzieren umweltfreundlichen Strom und können einen erheblichen Teil des Wärme- und Kraftstoffbedarfs decken, und damit auch die Abhängigkeit von Gas und Öl mildern.
Ebenso „ertragreich“ ist es, Energie sparsam und intelligent einzusetzen. In der Industrie kann 30 bis 40 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden, wenn moderne Technologie zum Durchbruch kommt!
Deutsche Kernkraftwerke decken ca. 26 % des Strombedarfs in Deutschland. Wenn wir Verbraucher unsere Möglichkeiten zum intelligenten Einsatz und zum Einsparen von Strom nutzen, können wir damit den Atomstrom ersetzen!
Wie das geht?
– Die Mitglieder des Solarvereins geben gerne nützliche Tipps.

Das Risiko wird größer
Die Atomkraftwerke, die in den nächsten Jahren abgeschaltet werden sollen, wurden in den 1970er Jahren gebaut, ihre Technik ist auf dem Stand der 1960er Jahre. Je älter die Kraftwerke werden, um so mehr häufen sich die Störfälle. Auch hat spätestens seit dem 11. September 2001 die Bedrohung durch Terroranschläge zugenommen. Gegen einen gezielten Flugzeugabsturz sind die Anlagen gar nicht oder nicht ausreichend geschützt.
... und der Atommüll strahlt weiter - noch ungefähr 2 Millionen Jahre!

Es gibt noch immer kein sicheres Endlager, während in deutschen Atomreaktoren jedes Jahr etwa 450 Tonnen radioaktiver Müll anfällt…
Atomkraft macht den Strom nicht billiger
Mit betriebswirtschaftlich abgeschriebenen und hoch subventionierten Kernkraftwerken lässt sich in der Tat Strom billig erzeugen – für weniger als 2 Cent pro Kilowattstunde. Doch davon hat der Kunde nichts. Denn auch dieser Strom wird zu dem Preis verkauft, der sich an der Leipziger Strombörse bildet. Er richtet sich nach den Kraftwerken mit den höchsten Produktionskosten, derzeit etwa 7 bis 8 Cent für eine Kilowattstunde. Die Differenz zwischen dem billig erzeugten Atomstrom und dem Marktpreis füllt die Konzernkassen. Jedes Jahr, das die 17 deutschen Kernkraftwerke über die ursprünglich vorgesehene Nutzungsdauer hinaus weiterlaufen, bringt den Unternehmen einen zusätzlichen Gewinn von etwa 10 Milliarden Euro. Der Ruf nach Laufzeitverlängerung ist deshalb in erster Linie der Ruf nach noch mehr Profit!
Der zweite Grund für die niedrigen Produktionskosten des Atomstroms sind die vom Steuerzahler aufgebrachten hohen Subventionen. Seit Beginn der Kernenergie – Nutzung in Deutschland flossen etwa 100 Milliarden Euro öffentlicher Mittel in diese Art der Energiegewinnung.
Der dritte Grund: Das Schadensrisiko – vom Bundeswirtschaftsministerium werden die Kosten eines Unfalls wie in Tschernobyl auf fünf Billionen Euro beziffert. Die Haftung der Stromkonzerne bei Atomunfällen ist jedoch per Gesetz auf 2,5 Milliarden Euro begrenzt. Die eigentlichen, unglaublich hohen Schadenssummen zahlen dann Steuerzahler, die noch leben!
Atomkraft rettet nicht das Klima

Die Stromerzeugung mit Kernenergie ist alles andere als klimaneutral. Denn die Gewinnung von Uran ist äußerst energieaufwändig. Nach Berechnungen des Öko-Instituts entstehen 126 g CO2 pro Kilowattstunde Strom. Zum Vergleich: Ein modernes Gaskraftwerk mit Wärme-Auskopplung kommt auf 119 g CO2 pro Kilowattstunde, eine Windkraftanlagen auf 22 Gramm, die vor allem bei der Herstellung entstehen.
Die ineffiziente und zentralistische Energieerzeugung der Konzerne ist das größte Hindernis, das einer dezentralen und flexiblen Energieerzeugung mit Erneuerbaren Energien entgegensteht.
Nach einem Beschluss über eine Laufzeitverlängerung würden die Konzerne mit aller Macht versuchen, die Ausbaudynamik der Erneuerbaren Energien zu stoppen, um Stromüberkapazitäten zu verhindern. Die Energiewende wäre beendet, bevor sie richtig begonnen hat.
Zeitsprung
Inzwischen – im Oktober 09, nach der Bundestagswahl – sieht es so aus, als ob sich die Lage zum Atomausstieg deutlich verschlechtern wird. Siehe hierzu die Diskussion mit der Baden-Württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner: Videofilm der Diskussion bei busch@n-tv – gesendet bei N-TV am 15.10.09.
Wie viel Verseuchung der Umwelt die Atom-Technologie in knapp 70 Jahren verursacht hat und weiter verursacht, wurde in dem Dokumentarfilm Alptraum Atommüll , gesendet bei Arte am 13.10.09, eindrucksvoll dargestellt – zum Film, ggf. in Teilen noch abspielbar bei YouTube, siehe unter Anti-Atom-News.
Bilder und Textteile dieser Seite mit freundlicher Genehmigung von Campact – www.campact.de.
