Regeneratives Kombikraftwerk
Das Thema Energieversorgung treibt die Menschen um. Man will neue Kohle- und Kernkraftwerke bauen, den Ausstiegsbeschluss aus der Kernkraft rückgängig machen, das Kohlendioxyd von Kohlekraftwerken abscheiden und in das Erdinnere verfrachten und einiges mehr entwickeln, was die Ära der Großkraftwerke verlängern soll. Dass man mit den jetzt schon vorhandenen Techniken eine komplette Stromversorgung mit erneuerbaren Energien realisieren kann ist wenig bekannt.
Einen Beweis für diese Möglichkeit hat ein Modellprojekt eines regenerativen Kombikraftwerks geliefert. Das Projekt, das unter allen Wetter- und Bedarfsbedingungen zuverlässig regenerativen Strom liefern soll, zeigt, dass alle erneuerbaren Energien gemeinsam wie Großkraftwerke funktionieren können. Die Solarfirma Solarworld AG, die Schmack Biogas AG und die Windkraftfirma Enercon GmbH haben zusammen mit dem Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik ISET einen Verbund von vier Biogasanlagen, drei Windparks, zwanzig Photovoltaikanlagen und einem Pumpspeicherkraftwerk, die über ganz Deutschland verteilt sind, virtuell organisiert. Dieses Kombikraftwerk kann ein Zehntausendstel des deutschen Strombedarfs zu jeder Zeit liefern. Die Einzelteile des Kombikraftwerks werden von einem Rechner des ISET so gesteuert, dass zu jeder Zeit der Strombedarf gedeckt und überschüssiger Strom gespeichert wird.
Die beiden wetterabhängigen Quellen Wind- und Sonnenenergie speisen in den Verbund nach Kräften ein. Wenn sie nicht genügend liefern, springt zunächst das Pumpspeicherwerk und danach die Biogasanlagen ein. Welches Kraftwerk wann wie viel liefern muss, errechnet das ISET anhand von Prognosen. Auf der Verbraucherseite kann man das auf 2%, auf der Produktionsseite auf 5% genau voraussagen. Auch so genannte Regelenergie kann eingeplant werden. Wenn Wind und Sonne zuviel Strom liefern, wird er in dem Pumpkraftwerk gespeichert. Wenn die Biogasanlagen zu viel Strom liefern, wird das Gas in das Gasnetz eingespeist.
Nach diesem Modell könnte man bis 2020 etwa 40% und bis 2050 100% des deutschen Strombedarfs decken.
Wenn man die Effizienz des Stromverbrauchs durch intelligente Nutzung, durch Sparen und zeitlich gesteuerte Lastverteilung nach Möglichkeit erhöht, kann die autarke Energieversorgung noch früher erreicht werden.
Statt klimaschädliche und gefährliche fossile und atomare Großkraftwerke zu entwickeln und zu bauen, soll man alle Entwicklungsanstrengungen auf die Weiterentwicklung des Kombikraftwerks konzentrieren.
Weitere Informationen gibt es unter www.kombikraftwerk.de.
Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
Bürgerhaus Unterweissach
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für Baden-Württemberg
und dazu eine ausführliche Beschreibung mit Hintergrundinfos als PDF-Datei (3,2 MByte)
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