Informationsveranstaltung

„Nachhaltige und preiswerte Energieversorgung – Was können Kommunen und Landkreise dazu beitragen?“

Donnerstag, 23. Oktober 2008 14:00 bis ca. 17:00 Uhr im Rathaus Großaspach

für Bürgermeister, Mitglieder kommunaler Gremien im Rems-Murr-Kreis und Verwaltungsangehörige

Referenten und Themen:

  • Bene Müller, Geschäftsführer von Solarcomplex Singen: Einführungsreferat
  • S. Dürr, Geschäftsführer: Praktische Beispiele aus der Arbeit des Energiezentrums des Landkreises Schwäbisch Hall
  • Bürgermeister Heinz Nägele: Elektrizitätsversorgung in kommunaler Hand – Die Infrastruktur-Gesellschaft Mainhardt / Wüstenrot
  • Solar e.V. WBW: Erfassung der energetischen Nutzung von Süddächern

Weitere Infos siehe Flyer PDF-Datei (534 kByte) zum Ausdrucken.

 

Bericht über die Veranstaltung

Das Nachmittagsseminar fand als Beitrag zur Veranstaltungsreihe „Aspach hat Energie“ gemeinsam organisiert vom Verein Solar eV und der Gemeinde Aspach statt.

Das einführende Referat hielt der Geschäftsführer von Solarcomplex Singen, Bene Müller. Er wies darauf hin, dass die bisherigen fossilen Energiequellen unweigerlich zur Neige gehen. Das mache sich vor allem bei Öl ganz deutlich bemerkbar. Dort sinke bereits die jährliche Fördermenge, weil eine ganze Reihe von Ölquellen erschöpft sei. Als Folge werden die Energiepreise immer weiter ansteigen und die Verteilungskämpfe immer härter werden. Nur die Sonne liefere ohne jede Erschöpfungstendenz zuverlässig und zum Nulltarif ausreichend Energie. Sie gelte es konsequent zu nutzen.

Müller betonte, dass nicht nur die Endlichkeit der bisherigen Energiequellen und die von ihnen verursachte Umweltbelastung für die Nutzung der Sonnenenergie sprechen, sondern vor allem wirtschaftliche Gesichtspunkte. So fließen im Landkreis Konstanz jährlich etwa 350 Millionen Euro zum Einkauf von Energie über die Kreisgrenzen ab „ … der Großteil davon lande in den Ölförderländern. Jeder Liter Öl, den wir verbrauchen, erhöht den Luxus und die Wolkenkratzer in Dubai!“

Das Gebot der Stunde sei, diesen enormen Kaufkraftverlust zu verhindern. Und das gelinge, wenn Energie konsequent eingespart wird und die heimischen, erneuerbaren Energiequellen in großem Stil genutzt werden.

Weit über 1.000 Gemeinden in Baden – Württemberg könnten sich, so Bene Müller, mit Energie selbst versorgen und dabei viel Geld sparen. Als konkretes Beispiel führte er das Energiedorf Mauenheim bei Tuttlingen an. Dort deckt die Biogasanlage eines ortsansässigen Landwirts und ein mit Hackschnitzel befeuerter Heizkessel den gesamten Wärmebedarf der 60 Häuser des Dorfes. Darüber hinaus wird erheblich mehr Elektrizität erzeugt, als Mauenheim benötigt. Der Überschuss wird über das öffentliche Netz verkauft. Das überzeugendste Argument für diese Selbstversorgung mit Energie sind die finanziellen Konsequenzen. Der Betreiber der Biogasanlage verdient durch Verkauf von Elektrizität, das örtliche Sägewerk an den Hackschnitzeln und die Bewohner von Mauenheim freuen sich darüber, dass ihre Heizkosten auf 20 Jahre festgeschrieben sind und zur Zeit gerade die Hälfte der üblichen Heizkosten betragen, nämlich 4,7 Cent pro Kilowattstunde.

Sebastian Dürr vom Energiezentrum des Landkreises Schwäbisch Hall in Wolpertshausen schilderte die vielfältigen Aufgaben einer Energieagentur. Er betonte, dass es in diesen Tagen extrem wichtig sei, für die Bewohner eines Landkreises oder einer Kommune unabhängige und qualifizierte Beratung in Energiefragen anzubieten. An dieser Stelle ergänzte Kreisrat Dr. Werner Barth, Aspach, der die Veranstaltung moderierte, dass es ab Januar des neuen Jahres auch im Rems-Murr-Kreis eine solche Energieagentur geben wird.

Bürgermeister Heinz Nägele aus Wüstenrot berichtete unter dem Stichwort „Elektrizitätsversorgung in kommunaler Hand“ über ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Mainhardt und Wüstenrot. Es hat zum Ziel, preiswerte und erneuerbare Energie für die Bürger bereitzustellen. Dazu war es nötig, das Netz vom bisherigen Versorger, der EnBW , zu übernehmen und gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall ein eigenes Energieversorgungsunternehmen zu gründen. Dies ist geglückt und mit erkennbarem Schmunzeln berichtet der Wüstenroter Bürgermeister über die zahlreichen Hürden, die überwunden werden mussten. Seine Ausführungen waren ein Appell an die kommunalen Mandatsträger, zum Wohl der Bürger die Chancen zu nutzen, die sich beim Auslaufen von Konzessionsverträgen mit Energieversorgern auftun.

Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
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und dazu eine ausführliche Beschreibung mit Hintergrundinfos als PDF-Datei (3,2 MByte)

Entwurf:
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Kurzfassung einer Studie: Vergleich der staatlichen Förderungen und gesellschaftlichen Kosten von Atom, Kohle und EE - PDF-Datei

Die Projektinitiative Energieallee A7 - www.energieallee-a7.de

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