2-TAGES-SOLARREISE IN DIE SCHWEIZ 2008
Per Bus fuhren wir 27.6.08 bei bestem Wetter in die Schweiz, um die Firma Jenni Energietechnik im Emmental zu besuchen. Dort hielt uns Herr Jenni einen Vortrag über die Entwicklung des Energiebedarfs der Zukunft und was man tun kann, um von fossilen Energien und Atom wegzukommen. Jenni ist ein Pionier auf dem Gebiet der eneuerbaren Energien, der durch eigene Forschungsarbeit interessante Modelle erarbeitet hat. Sein Prinzip beruht darauf, ein Haus zu 70 bis 90 % mit Sonnenenergie zu beheizen und den restlichen Wärmebedarf per Holzpelletanlage zu decken. Da die Winter unterschiedlich lang und kalt sind, hat sich diese Zweigleisigkeit bewährt. Zusätzlich werden je nach Möglichkeiten Fotovoltaikanlagen auf den Dachflächen installiert, jedoch zunehmend die Fassaden einnehmen.
Besichtigung der Produktion
Die Firma Jenni produziert in erster Linie Stahltanks aller Größen bis zu 100.000 Liter Inhalt als Warmwasser-Speichertanks mit Isolation. Sie macht Blechzuschnitt und Rundformung, Anschweißen der zugekauften Bodenstücke, Formung und Einbau sämtlicher Anschlussrohre und Bestückung mit Pumpen und Manometern samt Elektrik. Es hat sich gezeigt, dass Serientypen kaum gefragt sind, sondern in erster Linie Maßanfertigung. Die Auftragslage ist optimal, so dass der Betrieb gerade erneut aufgestockt wird.
Besichtigung eines Mehrfamilienhauses
Unweit der Fabrik hat Jenni ein Mehrfamilienhaus mit 4 Geschossen erstellt, in dem zentral ein senkrecht stehender Warmwasserspeicher von 205 000 l Inhalt steht, der von 235 qm Kollektorfläche das ganze Jahr über beheizt wird und im Winter den größten Teil der Heizenergie liefert. Ergänzt wird die Heizung durch eine Holzpellet- Zusatzheizung.
Jenni’s Sprüche:
„Wir sind alle energiesüchtig, ein Süchtiger ……..
…braucht immer mehr Stoff,
…verkennt die Probleme,
…lebt nur für das Heute,
…wird in der Not unberechenbar,
…sucht mehr oder weniger zweifelhafte Ersatzstoffe,
…nimmt auch die eigene Zerstörung in Kauf.
…kann brutal ausgenutzt werden,
…kann mit einem Kraftakt von seiner Sucht frei werden.“
Wir übernachteten in Huttwil, dort trafen einige von uns einen ortsansässigen Bürger, der ihnen seine Jenni-Anlage mit 10.000-L-Speicher und Kollektoren in seinem Haus, einer denkmalgeschützten alten Mühle, zeigte. Da dieses Haus nicht wärmegedämmt werden kann, muss er mehrmals im Winter zusätzlich mit Hackschnitzeln heizen.
Am nächsten Tag ging es weiter zum Tropenhaus in Wolhusen. Dort entwickelt eine Gasdruckerhöhungsstation viel Abwärme, die nicht mehr in die Luft geblasen werden darf, da ein neues Wärmeschutzgesetz die Nutzung von 60% der Abwärme vorschreibt. Diese wird zur Beheizung eines Tropenhauses genutzt, in dem tropische Pflanzen und Fische gehalten werden. Da dieses Glashaus einen geringen Wärmeschutz hat, ist eine neue Anlage mit 2500 qm Produktionsfläche und 1500 qm für Besucher geplant. Es wird mit 90 Grad heißem Wasser von der Verdichterstation beheizt. Die Luftfeuchte im Tropenhaus beträgt 60%. Zur Wasserversorgung dient Regenwasser, das die Fische versorgt und von dort zur Düngung der Pflanzen in Form einer Tropfbewässerung an den Wurzeln weitergeleitet wird. Es gedeihen Banane, Zitrusfrüchte, Papayas, Acerolas, Chili, Curry, Kaffee und Palmen. Damit alle Pflanzen das richtige Klima vorfinden, ist der zweite Hallenteil kühler temperiert. Im Tropenhaus werden Früchte von sehr hoher Qualität, die etwa 90% über der von Importfrüchten liegt, erzeugt. Die Fische leben in dichter Haltung, sie erreichen bis zu einem Kilo Gewicht, obwohl drei Kilo möglich sind.
Nach dem Mittagessen in Konstanz war die Linachtalsperre bei Vöhrenbach das nächste Ziel. Die Sperrmauer der Talsperre von 1922 ist wieder hergerichtet worden, ebenso das alte Kraftwerk, das aber keine Genehmigung zur Lieferung von Spitzenstrom erhalten hat. Die Sperrmauer ist keine massive Mauer, wie heutzutage üblich, sondern die 143 m lange Anlage ist eine reine Ingenieurskonstruktion, bestehend aus 13 Betonbogenmauern mit senkrecht davor gesetzten, schrägen Wandscheiben und horizontalen Trägern, die zusammen ein räumliches Tragwerk ergeben. Die Stadt Vöhringen hat das alte Kraftwerk 1922 gebaut, um eine gesicherte Stromversorgung zu haben. Es erhält Wasser über unterirdische Druckrohre von 80 cm Durchmesser. Heute sind zwei große und eine kleine Turbine mit Generatoren mit einer Leistung von 630 KW angeschlossen.
Oben Bilder und unten Links zu den Stationen unserer 2-Tages-Reise:
- Fa. Jenni Energietechnik AG – Großpufferspeicher: www.jenni.ch
- Tropenhaus Wollhusen: www.tropenhaus-wolhusen.ch
- Bioenergiedorf Mauenheim: bioenergiedorf-mauenheim.de
- Die wieder reaktivierte Linachtalsperre mit dem dazugehörigen Wasserkraftwerk in Vöhernbach.
Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
Bürgerhaus Unterweissach
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für Baden-Württemberg
und dazu eine ausführliche Beschreibung mit Hintergrundinfos als PDF-Datei (3,2 MByte)
Entwurf:
Windenergieerlass für BW (pdf-Datei) vom 23.12.11
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was gilt es zu beachten ?















