Bericht von der Hauptversammlung am 27. Mai 2011
Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Solarvereins fand in der Auenwaldhalle Unterbrüden statt. Der Vorsitzende Peter Brinkmann dankte zunächst den aktiven und engagierten Mitgliedern und Vorstandskollegen für ihr Mitwirken an dem, was sich gerade auf allen Lebensebenen vollzieht: Der umfassenden Wende in der Umwelt- u. Energiepolitik, dem Ökoaufbruch (Zitat unseres neuen Ministerpräsidenten) und einer 4. Revolution, wie der der leider im letzten Jahr verstorbene Hermann Scheer die jetzt einsetzende Energiewende nannte.
„Der vielfache Gau im Atomkraftwerk Fukushima war der Auslöser um auch in konservativen Kreisen den Hebel rum zu reißen. Dass dies auch dort geschieht, und in vielen anderen Ländern der Welt, gibt Hoffnung, dass die 4. Revolution tatsächlich stattfindet. Atomausstieg innerhalb der nächsten 10 Jahre, 1 Million Elektroautos bis 2020, sind neue Zielvorgaben der Bundesregierung. Parallel erleben wir eine Renaissance der Stadtwerke und massive Netzrückkäufe durch die Kommunen, was zum Aufbrechen der zentral organisierten Energieversorgungs-Strukturen führt“, führte Brinkmann aus. „Und hätte die Bundesregierung nicht das erfolgreiche Modell des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes ausgehebelt, wären wir heute schon einiges weiter voran. Denn wir konnten gut beobachten welch rapider Anstieg des Anteils an EE, durch massenhafte Installation von Photovoltaik- und Windanlagen erreicht werden konnte, welche Dynamik entstanden ist. Am Anfang sind wir belächelt worden als Ökospinner – heute beherrscht das Thema Energie die Tagespresse -heute wird in jeder Chefetage über Energieeffizienz und Nachhaltigkeitskonzepte diskutiert“, fuhr Peter Brinkmann fort. Angesichts der raschen politischen Entwicklungen hatte der Vereinsvorstand diskutiert, auf welche Schwerpunkte der Solarverein seine Tätigkeit zukünftig ausrichten sollte. Die Vereinssatzung sagt dazu: „…Das Ziel des Vereins ist die Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien zum Schutz der Umwelt vor schädigenden Einflüssen und damit den Ersatz fossiler Energieträger und nuklearer Techniken.“ Auf die Frage, ob der Solarverein noch gebraucht wird, wenn dieser Ersatz fossiler Energieträger und nuklearer Techniken von allen gewollt ist, ging anschließend der zweite Vorsitzende Dr. Werner Barth ein.
„Es ist gerade mal drei Wochen her, da bekannte sich die Bundeskanzlerin völlig überraschend vor dem Deutschen Städtetag in Karlsruhe zu einem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie und zur dezentralen Nutzung der Erneuerbaren Energiequellen als Rückgrat der zukünftigen Energieversorgung. Nachdem sie zuvor die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke durchgepeitscht hatte. Und es ist gerade drei Tage her, da erklärte der Bahnchef Grube, er könne sich gut vorstellen, dass in Zukunft ICEs mit Strom aus erneuerbaren Quellen fahren und dass die Bahn ihr Stromnetz zum Transport von Windstrom zur Verfügung stelle. Ein halbes Jahr zuvor hat er noch die Mammutanzeige in den Tageszeitungen unterschrieben, in der die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke vehement gefordert wurde. Man sieht: Die Notwendigkeit der Energiewende ist auch bei einigen führenden Gegnern angekommen. Heißt das nun für uns Solarier die beiden Hauptanliegen der Solarvereine – Energiesparen und Ersatz der fossilen und atomaren Energiequellen – sind erfüllt und Solarvereine sind mangels Aufgaben überflüssig?
„Schön wäre das! Aber genau das Gegenteil ist richtig“ so Barth.
Jetzt gehe es darum, vor Ort in vielen kleinen, praktischen Schritten die Energiewende zu vollziehen und parallel den Druck auf Mandatsträger in Bund, Land und Kommunen zu verstärken, dass sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Weitere Schritte müssen der Vernetzung und dem Informationsfluss zwischen den Aktiven und die Motivation von Mitbürgern für die Energiewende sein. Die jetzt schon sehr informative Homepage wird weiter verbessert und den Kommunen direkt zugänglich gemacht. Man muss zum Beispiel sofort sehen: Wo gibt es interessante Aktivitäten mit dem Ziel der Energiewende? Welche Kommune arbeitet an einem Energiekonzept? Ziel: Die guten Ideen sollen verbreitet und nachgeahmt werden.
„Wir müssen den Kontakt zu unseren Mitgliedern verbessern“, so Barth. „Eine Möglichkeit ist, dass unsere Vorstandssitzungen Mitglieder-öffentlich werden, mit rechtzeitiger Einladung und Angabe der Themen“. Und wir müssen verstärkt vorbildliche Projekte besuchen oder uns bei unseren Stammtischen darüber berichten lassen. Es ist uns wichtig, die Meinung unserer Mitglieder zu diesen Vorstellungen zu hören und weitere Verbesserungsvorschläge aus diesem Kreis zu bekommen.“
Der Bericht des Schatzmeisters Udo Schmülling gab wiederum Grund zur Freude. Dank stabiler Mitgliedsbeiträge und kleiner Einnahmen aus eigenen Photovoltaikanlagen hat der Verein solide Finanzen und kann wieder neue Projekte anpacken. Schmülling`s Haushaltsplan 2011 erlaubt es beispielsweise, weiter in die von ihm stark geprägte vereinseigene Homepage und Öffentlichkeitsarbeit zu investieren. Zusätzliche Projektvorschläge von ihm waren der Aufbau eines Klein-Windrades und einer Solarstrom-Kleinanlage, die als Musteranlage moderner Technik zur Nachahmung animieren sollen.
Auch dieses Jahr organisiert der Verein einen Ausflug, der eigentlich – wie schon in den vergangenen Jahren – eine attraktive Studienfahrt darstellt. Die Fahrt führt dieses Mal nach Wiltpoldsriet, einer Gemeinde, die die Energiewende für sich schon vollzogen hat und wegen der zahlreichen Vorteile für Bürger und Gemeinde weiter an der Verbesserung der Energieeffizienz und an der Eigenerzeugung von Strom und Wärme weiterarbeitet. Wer gerne mitfahren möchte, kann sich bei Inge Fischinger, Tel. 07191/4952572 oder ersatzweise bei Hanne Barth, Tel. 07191/20942, bzw. auf der Homepage des Vereins informieren und anmelden – ››› Kontaktformular.
Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
Bürgerhaus Unterweissach
Windatlas ››
für Baden-Württemberg
und dazu eine ausführliche Beschreibung mit Hintergrundinfos als PDF-Datei (3,2 MByte)
Entwurf:
Windenergieerlass für BW (pdf-Datei) vom 23.12.11
Konzessions- verträge und Kommunalisierung ››
was gilt es zu beachten ?







