Bericht vom Solarstammtisch vom Freitag, 8.4.2011

Gleich zwei spannende Themen gab es anlässlich des April-Stammtischs des Solarvereins WBW: Tobias Hägele und Thomas Heubach präsentierten innovative, energieeffiziente und damit umweltschonende Beleuchtungstechnik mit Leuchtdioden, den so genannten LEDs in einem Kurzvortrag. Der zweite Referent war der Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Rems-Murr-Kreis, Gerald Balthasar. Er referierte über die vor der Fertigstellung stehende Biogasanlage in Neuschöntal. Beide Themen lockten zahlreiche, hoch interessierte Teilnehmer in der „Traube“ nach Großaspach, die viele Fragen stellten und lebhaft diskutierten.

Da die bewährte Glühlampe vor dem Aus steht, die herkömmlichen „Energiesparlampen“ jedoch eine Reihe bekannter Nachteile haben, fragt man sich natürlich, ob die LED-Technik schon ausgereift ist, ob sie ihren hohen Preis wert ist und ob sie halten kann, was sie verspricht. Vorteile sind beispielsweise: erhebliche Einsparung an Stromkosten und dadurch geringer CO2-Ausstoß, erklärbar durch ihre geringe Wärmeentwicklung. Die enorm hohe Brenndauer von 50 000 Stunden, hohe Stoß- und Vibrationsfestigkeit, das Fehlen von Giftstoffen wie Quecksilber und Kadmium sowie schädlichen UV- und Infrarotlichtanteilen sowie elektromagnetischen Beeinträchtigungen des Organismus spricht ebenfalls für die neue Technik. Da die Referenten verschiedene Leuchtmittel – außer kleinen Spotleuchten für Ladenbeleuchtung oder Leuchtröhren auch große Lampen wie Baustellenstrahler, Straßenlampen oder Sporthallenstrahler vorführten, konnten die Zuschauer sich von Helligkeit, Lichtfarben und Wärmeentwicklung selbst ein Bild machen. Die Referenten rechneten vor, dass sich der Mehrpreis der LEDs schon nach 1,6 bis 3 Jahren amortisiert, bedingt durch die lange Haltbarkeit. Wenn man im Haushalt LEDs einsetzen will, muss man jedoch gründlich prüfen, ob das angebotene Produkt halten kann, was es verspricht und wie es mit der Garantie aussieht.

Ebenso hohes Interesse fand der Vortrag über die Bioabfallvergärung. Gerald Balthasar berichtet zunächst über die Gründe, die zum Bau der neuen Anlage geführt haben. Seit 2004 die getrennte Sammlung von Bioabfall in der braunen Tonne eingeführt wurde, die vor allem Bürger ohne eigene Kompostierungsmöglichkeit nutzen, sind die Mengen auf 83 kg pro Einwohner angewachsen. Von insgesamt ca. 34 500 Mg pro Jahr konnte nur ein kleiner Teil in Neuschöntal kompostiert werden. Der Rest von 26 500 Mg pro Jahr wurde auswärts, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt, verarbeitet. Da die Kompostierungsanlage in Neuschöntal erneuerungsbedürftig war, lag es nahe, eine Lösung zu suchen, die gleichzeitig umweltfreundlicher und für den Rems-Murrkreis wirtschaftlicher ist. Letzteres kommt vor allem den Müllgebührenzahlern zugute. Die neue Biogasanlage wird in Zukunft die Bioabfälle nicht mehr kompostieren, wobei der in den Abfällen enthaltene Kohlenstoff als klimaschädliches CO2 direkt in die Luft geht, sondern unter Luftabschluss vergären. Bei dieser Vergärung entsteht wertvolles Methan, das so genannte Biogas. Dieses wird dazu verwendet, in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme zu erzeugen – aus Küchenabfällen, nicht aus Mais! Strom, der ins Elektrizitätsnetz (8,6 Millionen KWh pro Jahr) eingespeist und Abwärme (7,8 Millionen KWh pro Jahr), die in der benachbarten Backnanger Kläranlage zur Trocknung von Klärschlamm genutzt wird, was mehr als 700 000 l Heizöl einsparen wird. Dies ist gleichzeitig ein Gewinn für die Umwelt und vorteilhaft für die Gebührenzahler. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft spart so die Kosten für die auswärtige Behandlung des Bioabfalls und verwertet gleichzeitig die Energie, die in diesem Abfall steckt. Dies ist Energie, die bei der Kompostierung ungenutzt bleibt. Die Gärreste aus der Bioabfallvergärung werden als Flüssigdünger (15 000 t pro Jahr) in der Landwirtschaft und – wie früher – als wertvoller, vielseitig verwendbarer Kompost (15 000 t pro Jahr) genutzt. Die Investition für diese Anlage, die vom 1. Oktober 2011 an und nach und nach hochgefahren werden soll, beträgt 13 Millionen Euro – ein hoher Betrag, der sich rechnet für die Abfallwirtschaft und für das Klima.

Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
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