Stammtisch am 27.11.2009:
Sind Mini–Blockheizkraftwerke die Raumheizung der Zukunft?
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Stammtisches des Solar eV in Lutzenberg. Als Referent konnte der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke Esslingen, Dipl. Ing. Wolfgang Lotz gewonnen werden. Er wies als Einführung eindringlich auf zwei Fakten hin. Erstens: Die meiste Energie wird immer noch zum Heizen aufgewendet. Zweitens: Die eingesetzten fossilen bzw. atomaren Brennstoffe gehen in absehbarer Zeit zu Ende. Deshalb droht eine Zeit der extremen Kosten- Steigerungen und erbitterter Verteilungkämpfe bei Energie. Neben der konsequenten Nutzung der Erneuerbaren Energien ist der sparsame Umgang mit Energie und die Steigerung der Effizienz von Anlagen zur Energiegewinnung das Gebot der Stunde.
Die Frage, ob – verglichen mit dem klassischen Feuerungskessel – ein kleines Blockheizkraftwerk, d.h. die Nutzung der Abwärme eines Motors und die gleichzeitige Gewinnung von Elektrizität, nicht die intelligentere Lösung ist, um Gebäude zu beheizen, stand deshalb im Mittelpunkt der Ausführungen des Referenten. Obwohl beide Anlagen einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent haben, liefert das Blockheizkraftwerk eben nicht nur Wärme, sondern auch die hochwertige elektrische Energie. Der Referent betonte, dass es technisch kein Problem sei, Blockheizkraftwerke beliebiger Größe – auch sehr kleine – herzustellen. Entscheidend aber sei eine solide, auf den Einzelfall zugeschnittene Betrachtung ihrer Wirtschaftlichkeit. Diese sei bei kleinen Anlagen zur Hausbeheizung nur in Ausnahmefällen zu erreichen. Die Absicht, möglichst viel der begehrten elektrischen Energie zu erzeugen, führe im Sommer oft zu einem nutzlosen Überangebot von Wärme. Genau so unwirtschaftlich sei es, die Anlage so auszulegen, dass sie im Winter auch Spitzen des Wärmebedarfs abdecken könne. Diese Anlage sei die meiste Zeit im Jahr unterfordert und deshalb unwirtschaftlich. Ein Preissturz bei den Kosten der Mini – Blockheizkraftwerken sei nicht zu erwarten. Anders lautende Presseberichte seien mit großer Vorsicht zu genießen.
Der Referent untermauerte seine Aussagen durch die Vorstellung verschiedener Anlagen, die unter seiner Regie im Bereich der Stadtwerke Esslingen in Betrieb sind. Dazu gehört neben ganzen Wohnanlagen auch das Merkel’sche Bad – ein schön renoviertes Gebäude im Jugendstil, wo die Energiegewinnung für den Badebetrieb durch Kraft-Wärme-Kopplung wirtschaftlich ist, weil die Anlage ganzjährig in Betrieb ist.
Deshalb das Fazit von Wolfgang Lotz: Das Miniblockheizkraftwerk für das Einfamilienhaus ist vorläufig keine Alternative zum klassischen Heizkessel – aller Werbung zum Trotz.
Solar e.V., Hanne Barth im Dezember 2009
Hauptversammlung
25. Mai 2012, 19.30 Uhr
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